Mobile TV-Dienste versprechen grossen Erfolg

Weltweite Pilotprojekte zeigen starke Verbrauchernachfrage nach mobilen TV-Diensten für DVB-H-Fernsehen.


Espoo/Finnland, 8. März 2006

Pilotprojekte für mobiles Fernsehen (DVB-H, Digital Video Broadcast - Handheld) mit Verbrauchern in Finnland, Grossbritannien, Spanien und Frankreich haben gezeigt, dass eine eindeutige Nachfrage nach solchen Diensten besteht. Sie haben darüber hinaus wichtige Hinweise geliefert für zukünftige Geschäftsmodelle kommerzieller mobiler TV-Dienste.

Alle Pilotprojekte fanden unter Beteiligung von Nokia und den unterschiedlichsten Unternehmen statt, darunter Rundfunksender, Mobilfunknetzbetreiber und Betreiber von Rundfunknetzen: ein klares Indiz für das weit verbreitete Interesse, das mobile Fernsehen Wirklichkeit werden zu lassen. Jedes Pilotprojekt enthielt ausserdem Ausstrahlungen von digitalen Live-TV-Inhalten über DVB-H-Netze auf ein Nokia 7710 Smartphone.

Verbrauchernachfrage nach mobilem Fernsehen
Das Zwischenergebnis des Pilotprojekts in Oxford, UK hat gezeigt, dass 83 Prozent der Teilnehmer mit dem Dienst zufrieden waren. Über drei Viertel (76 Prozent) sagten, sie würden den Dienst innerhalb der nächsten 12 Monate in Anspruch nehmen. In Frankreich gaben 68 Prozent der Teilnehmer an, dass sie bereit wären, für mobile TV-Dienste zu bezahlen, in Spanien sind mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Teilnehmer willens, dies zu tun. Rund 75 Prozent der spanischen Teilnehmer sagten, sie würden den Dienst Freunden und Familie empfehlen.

Preismodelle
Angesichts eines so hohen Anteils von Teilnehmern, die laut dieser Pilotprojekte bereit wären, für mobiles Fernsehen zu bezahlen, liegen die potenziellen kommerziellen Vorteile für die Branche klar auf der Hand. Als beliebtestes Preismodell hat sich dabei ein monatliches Abonnement für ein Programmpaket erwiesen. Die Hälfte der Teilnehmer des Pilotprojekts in Helsinki hielt einen Preis von 10 Euro monatlich für angemessen, während 68 Prozent der Teilnehmer in Frankreich bereit waren, 7 Euro pro Monat für mobile TV-Dienste zu zahlen.

Nutzungsverhalten
Die Pilotprojekte lieferten Sendern und Werbeträgern auch neue "Prime-Times", d.h. neue Informationen zu den besten Sendezeiten. In Grossbritannien zeigte sich um die Mittagszeit eine stärkere Nutzung als beim herkömmlichen Fernsehen. Dies lässt darauf schliessen, dass Nutzer ihre Lieblingsprogramme in der Mittagspause geniessen. In Frankreich schauten die Teilnehmer durchschnittlich etwa 20 Minuten pro Tag mobiles Fernsehen, und zwar meist am frühen Morgen, während der Mittagszeit und am späteren Abend. Bei den spanischen Teilnehmern verteilte sich die Nutzung mobilen Fernsehens ebenfalls über den Tag, mit Spitzennutzungen am frühen Abend.

Allen Pilotprojekten war ein interessanter Aspekt gemeinsam: Viele Teilnehmer nutzten mobiles Fernsehen zu Hause. Fast die Hälfte der Teilnehmer an den französischen und spanischen Pilotprojekten gab an, mobiles Fernsehen in erster Linie zu Hause zu schauen. Für fast ein Drittel der britischen Teilnehmer des Pilotprojekts war es das erste Mal, dass sie Fernsehen jenseits der traditionellen Verbreitungswege empfingen.

Programminhalte
Die Pilotprojekte zeigen mit überwältigender Klarheit, dass Nutzer sich eine grosse Auswahl an Kanälen wünschen – und Inhalte, die für den Empfang auf mobilen Telefonen geeignet sind. Zu den beliebtesten Sendeinhalten gehörten Nachrichten, Sport, Musik, Soaps/Telenovelas und Dokumentarsendungen. Interaktivität war eine weitere wichtige Funktion: Über die Hälfte der spanischen Nutzer (58 Prozent) wünschten sich spezielle, interaktive Inhalte, die auf kürzere Sehzeiten abgestimmt sind. Beim finnischen Pilotprojekt gehörten der Grand Prix von San Marino, der Grand Prix von Monaco sowie das UEFA Champions League-Spiel zwischen Liverpool und AC Mailand zu den zehn meistgeschauten Programmen.

"Die bisherigen Pilotprojekte und diejenigen, die zurzeit noch durchgeführt werden, sind wichtiger Bestandteil der Entwicklung des mobilen Fernsehens, denn sie veranschaulichen die Verbrauchernachfrage und geben Aufschluss über Geschäftsmodelle für realisierbare kommerzielle Dienste", so Ilkka Raiskinen, Senior Vice President, Multimedia Experiences, Nokia. "Wir freuen uns über die Ergebnisse dieser Pilotprojekte, an denen so viele verschiedene Unternehmen und Organisationen aus der Mobilfunk- und der Rundfunk-Branche beteiligt waren. Die Pilotprojekte haben sich für alle Beteiligten in der mobilen TV-Industrie als sehr nützlich erwiesen."

DVB-H-Technik ermöglicht die effektive Bereitstellung von TV-Programmen auf mobilen Geräten. Sie bietet ein optimales Anwendererlebnis in der mobilen Umgebung mit Bildern in herausragender Übertragungsqualität, bei niedrigem Stromverbrauch und einer grossen Auswahl an Programmen (bis zu 50 Kanäle sind möglich). Nokia wird das Nokia N92 im Sommer 2006 zusammen mit den Netzelementen der Nokia Mobile Broadcast Solution 3.0 auf den Markt bringen und damit die bisher umfassendste Implementierung unter den bestehenden Rundfunkstandards für das mobile Fernsehen bereitstellen. Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Informa werden bis zum Jahr 2010 weltweit etwa 50,97 Millionen DVB-H-Geräte verkauft.

Informationen zum Pilotprojekt im finnischen Helsinki
Das finnische Pilotprojekt wurde von März bis Juni 2005 durchgeführt. Beteiligt waren 500 Nutzer sowie die Unternehmen Nokia, Digita, Elisa, Nelonen, Sonera und YLE.

Informationen zum Pilotprojekt im britischen Oxford
Das Pilotprojekt in Oxford wurde im September 2005 gestartet und stellt 375 Teilnehmern 16 Kanäle zur Verfügung. Das Projekt wird durchgeführt von O2, Arquiva und Nokia. Die endgültigen Ergebnisse werden im Frühjahr 2006 bekannt gegeben.

Informationen zum spanischen Pilotprojekt
Das erste spanische Pilotprojekt dieser Art wurde unter Beteiligung von 500 Nutzern in Madrid und Barcelona und unter der Leitung von Abertis Telecom, Nokia und Telefonica Moviles durchgeführt. Die Ergebnisse wurden beim diesjährigen 3GSM World Congress in Barcelona bekannt gegeben.

Informationen zum französischen Pilotprojekt
Das Pilotprojekt wird vom September 2005 bis zum Juni 2006 unter Beteiligung von 500 Nutzern durchgeführt von CANAL + Group, Nokia, SFR und towerCast.


  Finnland GB Spanien Frankreich
Positive Reaktion auf mobiles Fernsehen 58% glauben, dass sich mobile TV-Dienste durchsetzen werden 83% sind mit dem Dienst zufrieden 75% würden den Dienst weiterempfehlen 73% waren mit dem Dienst zufrieden
Bereitschaft, für mobiles Fernsehen zu zahlen 41% 76% 55% 68%
Angemessene monatliche Gebühr für mobiles Fernsehen € 10 - € 5 € 7
Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer Durchschnittlich 5 bis 30 Minuten mobiles Fernsehen täglich Mobiles Fernsehen wird ein- bis zweimal pro Tag genutzt, für jeweils 23 Minuten 16 Minuten 20 Minuten
Beliebteste Nutzungszeiten - morgens/mittags/am frühen Abend Beim Pendeln sowie zwischen 19.00 und 20.00 Uhr Morgens (9-10 Uhr), mittags (13-14 Uhr) und abends (20-22 Uhr)
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